Denkherausforderung Universum

Gebotene Denk-Korrekturen im physikalischen Zeit- und Realitäts-Verständnis

Zu den großen Fragen in der Menschheitsgeschichte  gehört bekanntlich dieser Komplex: „Woher kommen wir?“ „Wozu sind wir da?“ „Wohin werden wir gehen?“

Was man auch immer anstellte, um hierzu die entscheidend zuverlässige Antwort zu finden – im Ergebnis unüberwindbare Ratlosigkeit.

Daran wird sich auch nichts ändern. Wir haben keinen Zugang zu den Bereichen, die sich hinter diesen Fragen verbergen. Das ist eine ganz eindeutige Festlegung mit der man sich für die eigene Lebensgestaltung zufrieden geben sollte.

Aber das muss noch lange nicht der Schlusspunkt zu dieser  Fragestellung sein. Denn wir haben immerhin die Befähigung die Rahmenbedingungen zu erforschen und zu bedenken, die wir für unsere Lebensentfaltung vorfinden. Damit wird die „berühmte, nie exakt zu beantwortende Frage“ eingetauscht gegen diese gleichfalls elementare Fragestellung mit immerhin einigen „Klärungsmöglichkeiten“: Unter welchen tatsächlich vorgegebenen Daseinsbedingungen leben wir überhaupt? 

Wir verfügen dazu über die Befähigung, mit unserem Wahrnehmungsvermögen unsere Einbindung in das tatsächlich vorgegebene Daseinsgeschehen zu erfassen und für dieses Daseinsgeschehen die vielfältigen Wirkungszusammenhänge in größter Intensität zu entschlüsseln.

Auf diese „Orientierungs-Stufe“ (oder auch Ausgangs-Ebene) muss man sich unbedingt  begeben, wenn man die grundlegenden Ausgangsbedingungen für die Lebensentfaltungsmöglichkeiten erforschen will.     

Bei dieser Vorgehensweise sind wir vor allem auf die Erkenntnisgewinne der Naturwissenschaften angewiesen; nur hier erfahren wir weitgehend, wie es um unsere eigene Beschaffenheit und die „elementare Beschaffenheit“ der Welt tatsächlich zuverlässig überprüfbar bestellt ist. Und hier ist es insbesondere die Physik, die uns einen Zugang ermöglicht zu den letzten „Bauelementen“ aller Dinge um uns herum und so auch um die unserer eigenen körperlichen Beschaffenheit.

Allerdings gibt es hier – wie ich meine - eine ganz entscheidende Schwachstelle bei der Physik. Es handelt sich dabei um das geläufige Zeitverständnis in der Physik.

Dazu muss man einmal auf das letzte Grundverständnis „von allem“ in der Physik eingehen.

Die Physik befasst sich mit allem, was auch nur im allerweitesten Sinn wahrnehmbar ist und in all seinen Wirkungsweisen „erforscht“ werden kann. Das ist die Welt im weitesten Sinn, das Universum in den größten und kleinsten Ausmaßen überhaupt.   

Eine Ausgangsgröße dabei ist die räumliche Dimension. Wie diese Größe genau festzulegen ist, das steht nicht mit letzter Sicherheit fest. Aber niemand in der Naturwissenschaft hat einen Zweifel daran, dass diese Größe bei jeder zutreffenden Wirklichkeitserfassung unmöglich ausgeklammert werden darf.

Eine weitere derartige Ausgangsgröße ist die „Zeit“. Alles, was in räumlicher Dimension erfasst und erforscht werden kann, hat immer auch die Begleiterscheinung von Bewegung und Veränderung. Und die Abläufe, die hierbei wahrgenommen werden können, werden dann als tatsächlich existierende „Zeitfolgen identifiziert“: D.h. es gibt ein allgemein anerkanntes Einverständnis darüber, dass wir es hier mit tatsächlich (also „faktisch“) existierenden Zeitspannen zu tun haben.

Dem setze ich jetzt die Behauptung entgegen, dass diese Einschätzung auf einem Beobachtungsfehler beruht. Ich behaupte: Im tatsächlichen Daseinsgeschehen gibt es keine „Zeitdehnungen“; es gibt nur ein unablässiges Fließgeschehen ohne jeden Stillstand. Es findet tatsächlich nur eine Folge von allerkürzesten Augenblicksveränderungen statt, bei denen es faktisch niemals eine auch nur allergeringste „zeitliche Pause“ gibt. – Die Erklärung, warum wir dennoch alles Veränderungsgeschehen immer nur in „zeitlicher Ausdehnung“ wahrnehmen: Wir (wie überhaupt jedes Lebewesen auch) sind von Natur so beschaffen, dass wir mit inneren „molekularen Rückkopplungsvorgängen“ das wahrgenommene äußere Augenblickgeschehen zu einem inneren „Zeitdehnungsgeschehen“ umformen. Siehe dazu meine weiteren Ausarbeitungen lt. Fußnote.

Der Beobachtungsfehler in der Physik jedoch, mit dem ich mich hier speziell beschäftigen will: Die Messdaten selbst werden (fälschlich!) als das faktisch tatsächlich Vorhandene gewertet.

Es handelt sich bei all diesen Zeitvermessungen tatsächlich aber immer nur um „nur immaterielle Realität“.

Wenn diese Feststellung (als eine meiner „Schlüsselerkenntnisse“) zutreffend ist, dann ergeben sich gegenüber dem geläufigen physikalischen Wirklichkeitsverständnis folgende Abweichungen (bei allem immer unter der „Ausgangsvoraussetzung“, dass wir von einer Wirklichkeit in räumlicher Dimension auszugehen haben): Im „Zeitdeutungsverständnis“ der Physik wird generell alles das als Realität gewertet, was sich durch Errechnung „fehlerfrei“ ermitteln lässt. Kürzeste „gewesene“ Vorgänge, „Rückberechnungen weit in vergangene Geschehnisse hinein“ – alles wird so zu einem Fundus von „Realitätsbeständen“, wie er uns als faktische Realität als zutreffendes Abbild der Wirklichkeit somit dauerhaft zur Verfügung steht.             

Ich behaupte dagegen hier in genauerer Deutung dieser Zusammenhänge meine abweichende Anschauung: Es wird (von jedem Lebewesen überhaupt) immer nur eine gegenwärtige Wahrnehmung in dem Ausmaß von allenfalls kürzester Wahrnehmungsmöglichkeit „gespeichert“; alles was so „gespeichert“ ist hat nur „immaterielle Realität“. Das tatsächlich in ununterbrochener Veränderung ablaufende Fließgeschehen hat sich in seinem jeweils erreichten Zustand längst weiterentwickelt (und kann allenfalls in einer erneuten kürzest möglichen Wahrnehmung als dann ein neuer, veränderter Zustand „gespeichert“ werden). Das ist die tatsächliche Sachlage im gesamten Naturgeschehen. – Der grundlegende Beobachtungsfehler der Physik in diesem Bereich: Diese Zusammenhänge werden nicht „wahrgenommen“. Und aus diesem Beobachtungsfehler ergibt sich dann „ein ganzes Spektrum von Fehleinschätzungen“. Dieses Spektrum reicht von der Annahme von tatsächlich („faktisch“) existierenden Zeitspannen - obwohl die ermittelten Zeitspannen tatsächlich nur als „immaterielle reale Größen“ existieren. Und es erstreckt sich in nur spekulativ ersonnenen Zeitdimensionen, bei denen ein „echter Zusammenhang“ mit den realen Bedingungen der Wirklichkeit nicht mehr herzustellen ist. (Die Gesamt-Auswirkung dieses „Beobachtungsfehlers“: Es gibt immer nur „fließend ungenaue“ Ausgangswerte gerade in dem entscheidenden Punkt, was noch als tatsächlich gesicherte „Erkenntnis“ gewertet werden darf - und kann! Und es muss daher immer „fragwürdig“ bleiben in welchem Ausmaß dann die Resultate einer immateriellen Realität noch einen echten Bezug zur „faktischen Wirklichkeit“ haben und inwieweit hier alles in nur rein spekulative „Wirklichkeits-Träumerei“ abgleitet.)

Der Orientierungsrahmen für ein allgemein vertretbares Wirklichkeitsverständnis

Ich beschäftige mich schon seit längerem mit der Thematik, dass ein grundlegend fehlerhaftes Zeitverständnis der Physik zu einer Herausforderung und gebotenen Klärung für ein allgemein vertretbares Wirklichkeitsverständnis wird. Für derartige Klärungsansätze ist in aktueller Veröffentlichung „DER GROSSE ENTWURF“ von Stephen Hawking hervorragend geeignet. Stephen Hawking hat mit seinem Buch „DER GROSSE ENTWURF / Eine neue Erklärung des Universums“ (Rowohlt Sept. 2010) eine wunderbare Herausforderung für das Nachdenken über alle Zusammenhänge des Daseins zustande gebracht. Einerseits in konzentrierter Darstellung sehr anschaulich, wie der „nachdenkende Mensch“ seit jeher Klarheit über alles „grundlegende Geschehen in der Welt erlangen wollte. Und andererseits, wie sich „bis auf den heutigen Tag“ ein empirisch gefestigtes Wissen vor allem zu gerade den elementaren Fragen in diesem Bereich auf „atemberaubende Weise“ intensiviert und verfestigt hat.

Die Denkherausforderung hat diesen Kernpunkt: Gelingt es Hawking tatsächlich, ein im Wesentlichen geschlossenes Erklärungsmodell bezogen auf die  physikalisch-elementaren Daseinszusammenhänge zu entwerfen?

Ich behaupte, dieses Modell (unter der Bezeichnung „der Große Entwurf“) hat eine ganz entscheidende Schwachstelle: Es lässt sich nämlich nachweisen, dass die entscheidenden und tragenden Passagen des Modells vor allem nur „spekulativ“ entstanden sind; sie sind nicht durch physikalische Fakten zu belegen. Die eigentliche Denkherausforderung hier: Der Große Entwurf ist nicht einfach nur eine Zusammenschau der physikalischen Erkenntnisse nach dem letzten Stand der Forschung. Mit dieser Arbeit wird vielmehr (und zusätzlich) ein geschlossenes „Weltbild“ aller Daseinszusammenhänge überhaupt entworfen.

Im Kern geht es also um die Denkherausforderung, ob wir die von Hawking entwickelten Aussagen über „Gott und die Welt“ akzeptieren müssen, weil sich hier insgesamt alles nach dem heutigen Wissensstand folgerichtig ableiten lässt.

Damit gerät man zwangsläufig in philosophische Gefilde – ein heikles Gebiet, in dem die Unbeherrschtheit des Geistigen oft genug zu zügellosen Exzessen ausartet. Hierzu dann auch Hawking ganz lapidar: „… doch die Philosophie ist tot. Sie hat mit den neueren Entwicklungen in der Naturwissenschaft, vor allem in der Physik,  nicht Schritt gehalten …“.

In diesem Zusammenhang ist dabei aber immerhin zu bedenken: wenn man sich mit den „letzten Daseinsrätseln“ beschäftigen will, ist eine völlige Abstinenz in Sachen Philosophie unmöglich.

In der Philosophie gibt es zwei grundlegend unterschiedliche Orientierungsrichtungen: Es handelt sich einerseits um den Rationalismus und andererseits um den Empirismus. Das Unterschiedliche dabei in großen Zügen: Der Rationalismus „ist die Sphäre des Subjektiven, ist (in fragwürdiger Selbstüberschätzung) das einzig Sichere“! (- sehr verkürzt und frei wiedergegeben nach Geschichte der Philosophie von Johannes Hirschberger – dazu DIE ZEIT ‚In allen Bibliotheken der Welt stehen seine …Werke‘. Im Folgenden benutze ich Geschichte der Philosophie immer wieder als Fundstelle.) Der Empirismus dagegen hat als Gegenstand allen Denkens, aller Überlegungen die Geltung des bloß Tatsächlichen.   

Die Philosophie verfügt über unverrückbar einmalige Monumente weit zurück aus „archaischer Zeit“; mit der Philosophie „der Griechen“ kam in der Menschheitsentwicklung ein überwältigend einmaliges Kulturgut in die Welt.

Erst weit später mit Descartes (so meine Auffassung) setzte im frühen siebzehnten Jahrhundert ein bedeutender Neubeginn im philosophischen Denken ein. Descartes formte zielstrebig eine vor allem „realitätsorientierte“ Philosophie.     

Hierzu verkürzt wiedergegeben anhand der Geschichte der Philosophie: Descartes hatte von Jugend an („seelisch“) unter der sich immer wieder zeigenden Unsicherheit angeblicher Wahrheiten viel gelitten. Darum wollte er die Philosophie auf ganz neue Grundlagen stellen. Die Schrittfolge hierbei: „Ich beschloss nun, wie ein Mensch, der im Dunkeln schreitet, so langsam zu gehen und so große Vorsicht an allen Dingen anzuwenden, dass, wenn ich gleich nur wenig vorwärts käme, ich mich doch mindestens hütete, zu fallen“. – Der neue Ausgangspunkt, den er legt, ist der absolute Zweifel. Was sollten wir denn als sicher annehmen können? Die Überzeugungen des Alltags? Hier folgen die Zweifel an der unanfechtbaren Begründetheit der jeweiligen tonangebenden zivilisatorischen/gesellschaftlichen Einwirkungen auf die davon betroffenen Menschen. Oder sollten es die Lehren der Philosophie sein? Nun, „ich hatte bereits in der Schule gelernt, dass man sich nichts so Seltsames oder Unglaubliches denken kann, was nicht von einem Philosophen bereits behauptet worden wäre“. Aber – als weiteres - : „Auch die Sinneserkenntnis ist nicht sicher; es steht fest, dass sie uns zuweilen täuscht“. Hieraus als Fazit: „Wenn dem aber so ist, so sei es Sache der Klugheit, denen niemals voll zu trauen, die uns auch nur einmal getäuscht haben“.         

Descartes blättert wie in einem Katalog sämtliche Wahrnehmungs- und Erfahrungsbereiche überhaupt auf, bei denen eigentlich niemand darin sicher sein kann, hier nicht einer Täuschung ausgeliefert zu sein. Also ein absoluter Zweifel als Neubeginn für fundierten Erkenntnisgewinn. Ein Zweifel, der nun zu einer absoluten Wahrheit führen soll: Wenn man sich auch in allem täuschen sollte, zwei Dinge stehen doch unumstößlich fest - die Tatsache des Denkens und mein Ich, das denkt. Daraus dann die Schlussfolgerung: Diese Wahrheit „ich denke, also bin ich“ ist so fest und sicher, dass selbst die überzeugtesten Skeptiker nicht imstande wären sie zu erschüttern… Descartes räumt damit alles beiseite, was lediglich durch spekulative Denkprozesse in die Welt gesetzt wurde. Man kann jetzt also von überflüssigem Ballast befreit wieder völlig von Neuem beginnen, alle Zusammenhänge dieses Daseins ergründen zu wollen. (Es handelt sich bei diesem „Befreiungsschlag“ im Grunde um eine sehr konsequente Fortentwicklung der ironisch formulierten Denkweise, wie sie bereits zu Sokrates mit dem berühmten „ich weiß, dass ich nichts weiß“ überliefert ist.)   

Inzwischen hat sich im Erkenntnisgeschehen einiges getan. Das Empirische als Erfahrungsbereich, die „Sinneserkenntnisse“ gewinnen eine immer größere Überzeugungskraft. So kommt Hawking nach dem heutigen Stand eben auch zu dem vernichtenden Urteil: Die Philosophie ist tot, sie hat mit den neueren Entwicklungen in der Naturwissenschaft, vor allem in der Physik, nicht Schritt gehalten. D.h. der „Wahrnehmungsbereich“ der Menschen hat sich in der Zeit nach Descartes in einem derart ungeheuren Ausmaß erweitert und verfestigt, dass man jegliches Außenweltgeschehen jetzt nicht mehr wie in einem völlig undurchdringlichen Nebel nur erahnen kann. Alles Denken über „Gott und die Welt“ hat im Grundsätzlichen unbedingt alles das zur Kenntnis zu nehmen, was durch die Naturwissenschaften inzwischen über die tatsächlichen Daseinsgegebenheiten erforscht und in Erfahrung gebracht wurde. Wenn mit dem Einsatz von Geist und Verstand derartige elementare Wissensschätze überaus fahrlässig ignoriert werden, können Geist und Verstand insoweit nicht zu brauchbaren Aussagen über die tatsächlichen Weltzusammenhängen gelangen.

Das alles ist bei Stephen Hawking mit höchster Gründlichkeit in gestraffter Form aufbereitet. So dass man sich fragen kann, wo es denn dann doch noch nach allen anscheinend doch so schlüssig entwickelten Darlegungen einen Raum geben sollte für ein zielsicheres Nachdenken über trotzdem noch größere Zusammenhänge im gesamten Weltgeschehen, als sie nach dem Gesamtkonzept in dem Großen Entwurf  überhaupt möglich zu sein scheinen?  

Das unhaltbare Zeitverständnis in der Physik

Eine der bedeutsamsten Schwachstellen in der Physik ist nach meiner Auffassung das „physikalische Zeitverständnis“. Hawking beschreibt in großer Ausführlichkeit durchgehend, wie zu den möglichen räumlichen Dimensionen bei generell jeder physikalischen Wirklichkeitserfassung zusätzlich auch die zeitliche Dimension als eine feststehende Größe einzuplanen ist. Das wird ausgedrückt durch das „Raum-Zeit-Modell“, das den gesamten Großen Entwurf  durchzieht. (Bei den Raumdimensionen soll es zunächst einmal unbeachtlich sein, ob wir es hier tatsächlich nur mit den klassischen drei Größen zu tun haben oder mit einer anderen Art von Viel-Dimensionalität, auf die im Großen Entwurf  immer wieder eingegangen wird.)

Zu der eingangs erwähnten entscheidenden Schwachstelle bei allem; es geht um das Verständnis von der Beschaffenheit der Zeit in der Physik. Dem „geläufigen Zeitverständnis“ – so, wie es auch Bestandteil der Physik ist – setze ich entgegen, dass es ein tatsächliches Zeitgeschehen in der faktischen Realität überhaupt nicht gibt. In der faktischen (also der eigentlichen physikalischen) Realität gibt es nur ein unablässiges Fließgeschehen aller Daseinsvorgänge ohne jeden „echten“ Stillstand, ohne jede „echte“ Zeitdehnung.

Die Begründung für dieses „Theorem“ habe ich abgehandelt in meinen Texten lt. Fußnote. Hierzu jetzt nur in einer Kurzfassung diese Schlüssel-Erkenntnis: Die Zeit ist (ausschließlich!) ein immaterieller Daseinsvorgang, der erst mit dem Entstehen von Lebewesen als “immaterielle Realität“ im realen Wirklichkeitsgeschehen eindeutig erkennbar vorkommt. In der unbelebten Natur gibt es keine „Zeitdehnungen“; es gibt dort nur das unaufhörliche Fließgeschehen unablässiger Veränderungsvorgänge ohne jedes Vorkommen von zeitlichen Ausdehnungen.          

Um hier diese „Schwachstelle der Physik“ offenkundig werden zu lassen muss man nur einmal die Frage stellen: Was geschieht denn wirklich im Zeitpunkt eines (beliebigen) Veränderungsgeschehens? – Ich gehe davon aus, dass sich alle Daseinsvorgänge im Fluss eines ständigen Veränderungsgeschehens befinden („unmerklich“ z.B. wie das anscheinend unveränderliche Gold, „wahrnehmbar“ wie z.B. in radioaktiven Zerfallsprozessen). Und frage mich dann: Was geschieht denn tatsächlich („faktisch“!) – immer gerade in dem Zeitpunkt, da die Veränderung auch nur den geringsten „nächsten Hauch“ von Umwandlung erfährt? – Wir wissen es nicht, wir können es auch nie herausbekommen.  

Genau hier haben wir es mit dem entscheidenden „Wahrnehmungsfehler“ in der Physik zu tun, an dem sich dann in zahlreichen Folgeauswirkungen wiederum entscheidende Denkfehler ergeben. Der Wahrnehmungsfehler: Das, was beobachtet wird, wird als das tatsächliche Wirklichkeitsgeschehen beurteilt. Das „Beobachtete“ ist aber nie etwas Anderes als alles das, was wir als einen „Sinneseindruck“ in einer unausweichlich allerersten Zeitdehnung in unserem Inneren „abspeichern“. Wie bei überhaupt jedem Lebewesen erfolgt auch in unserem Inneren die Speicherung jeder Wahrnehmung in einer allerersten Zeitdehnung; das Wahrgenommene  bewerten wir dabei als ein getreues Abbild der Wirklichkeit. Tatsächlich finden hier schon in unserem Inneren alle die „immateriellen Zeitdehnungen“ statt, wie sie von der Natur jedem Lebewesen unabwendbar (als „molekulare Speicherungen/Rückkopplungen“) mitgegeben sind.

Der Physiker muss darauf vertrauen, dass die physikalische Wirklichkeit ausschließlich mit solchen Mess-Daten erfasst wird, die jeder Überprüfung (also der Erprobung in Verifikation und Falsifikation) standhalten. Der „wunde Punkt“: Wenn es unmöglich gelingen kann, bei sämtlichen physikalischen Größen absolut wirklichkeitsgetreue Abbilder der Wirklichkeit herzustellen, dann müsste es hier eigentlich die Einsicht geben, dass insoweit mit allem Forschen und Vermessen im äußersten Fall immer nur höchstmögliche Annäherungswerte zu der tatsächlichen Wirklichkeitsbeschaffenheit gewonnen werden können, niemals aber eine exakte Erfassung der „vorfindbaren  Wirklichkeit“.

Wir wissen, dass die Physik mit dieser „Komplikation“ eigentlich bestens vertraut ist. Bestimmte Beobachtungen entziehen sich jeder Bestimmung in exakten Mess-Größen. Die dennoch verwendbaren Mess-Größen werden durch „Annäherungsverfahren“ (also in einer Art Extrapolation) gewonnen. Und wir wissen, dass auf diesem Weg die eindrucksvollsten Forschungsergebnisse gewonnen werden konnten. Die Erfolge der Quantenphysik sind auf diesem Weg zustande gekommen.

In der Physik gibt es aber eben diese entscheidende Denkblockade: Es fehlt die Einsichtsfähigkeit, dass man sich mit allen gewonnenen „Annäherungswerten“ niemals exakt in Übereinstimmung mit der tatsächlichen Beschaffenheit der Wirklichkeit befindet.             

Im „physikalischen Alltag“ hat diese „Schwachstelle“ so gut wie  nie irgendwelche erheblichen Auswirkungen; es wird unablässig und überaus erfolgreich nach neuen Vermessungsdaten geforscht. Völlig anders sieht es aus, wenn in Unkenntnis dieser „Schwachstelle“ auf diesem Gebiet spekulativ die gewagtesten Theoriebildungen zustande kommen. Zu welcher kritischen Bewertung wir hier dann kommen müssen, das ist ansatzweise nachlesbar in meiner Auslobung in Höhe von 5.000,- € Anfang 2011 für den Nachweis, dass Zeitspannen eine tatsächlich existierende Größe sind (was ich bestreite!).

Stephen Hawking, der ja (zu Recht behauptet) „Philosophie ist tot“ - Hawking hat mit genau dieser Einschätzung Recht,  soweit es nämlich lediglich um ein rein spekulatives Philosophieren geht. Hawking verrennt sich jedoch mit einem unhaltbaren Zeitverständnis selbst auch nur wieder in rein spekulativen Annahmen ohne gesicherte Verankerung in den tatsächlichen Gegebenheiten des realen Daseins, soweit er seine Überlegungen unbeirrt auf dem Vorhandensein tatsächlich in der Realität existierender Zeitspannen gründet: Er lässt sich von einem inkorrekten Zeitverständnis her dazu verleiten ein Universum zu entwerfen, das in dieser Form niemals schlüssig Realität haben kann.         

So, wie Hawking die Zeit als eine in bestimmter Weise formbare Größe behandelt, so gelingt es ihm selbstverständlich dann auch sehr folgerichtig daraus ein in sich geschlossenes Universum zu entwerfen, das in allen dabei vorausgesetzten zeitlichen Dimensionen überzeugend Geschlossenheit aufweist.

Aber ist das so entworfene Universum auch genau das Universum, wie wir es uns in Wahrheit vorzustellen haben?

Wahrheit im Bereich des Realen, Wirklichen setzt immer eine zutreffende Kenntnis von der tatsächlichen Beschaffenheit des realen Geschehens voraus. Ohne eine genaue Kenntnis von der tatsächlichen Beschaffenheit des realen Geschehens können unbedingt immer auch solche Aussagen zustande kommen die keinen zuverlässigen Wahrheitsgehalt haben. Und gerade das geschah und geschieht auch in der Physik immer wieder einmal, wenn und solange nämlich das tatsächliche Geschehen bei realen Daseinsvorgängen keine exakte Klärung gefunden hat.

Die Physik wird so immer wieder auch an Grenzen letzter Klärungsmöglichkeiten stoßen. Und gerade eben aus diesem Grund ist eine Auseinandersetzung mit diesen letzten Grenzen der physikalischen Forschungsmöglichkeiten unbedingt lohnend. Immer wieder muss einem dann klar werden, dass wir zu den Fragen nach den letzten Daseinsbedingungen unmöglich mit zuverlässigen Antworten rechnen können.

Für eine Beschäftigung mit dem Wesen der Zeit bedeutet das: Zeit ist immer zusammengesetzt aus allein immateriellen Bestandteilen, die lediglich eine letzte Verankerung in den tatsächlichen Abläufen des realen Geschehens haben. Das führt aber unbedingt dazu, dass eine exakte Abgleichung aller nur im eigenen Inneren vollzogenen Folgerungen in völliger Übereinstimmung mit dem wahrgenommenen äußeren Daseinsgeschehen unmöglich ist. Es ist allenfalls immer nur erreichbar allenfalls ein Höchstmaß von einigermaßen zutreffender Erfassung des tatsächlich ablaufenden realen Daseinsgeschehens.

Daher sind immer berechtigte Zweifel angebracht, wenn zu letzten Daseinsfragen abschließende und endgültige Antworten angeboten werden. Das gilt unter anderem gerade auch für die Physik. Hier ist es die einzige Wahrheit, dass wir zu den letzten abschließenden Antworten unmöglich vordringen können.       

Fußnote

Fundstellen zu meinen Ausarbeitungen über das Wesen der Zeit: Unter www.Sternenstaub-Verwandlungen.de die Texte Die Software der Computertechnik ist ein überaus geeignetes Erklärungsmodell für die immaterielle Beschaffenheit der Zeit (Kurztitel Immaterielle Beschaffenheit der Zeit, vergleichbar der Computertechnik) und Irritationen am Beispiel der Zeitvermessung durch die Physik (Kurztitel Irritationen an der Zeitvermessung der Physik). Sowie unter www.kant-kosmos-reales.de der Text Enträtselung der geheimnisvollen Zeit in der Rubrik Kosmologisches.

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