Grundausrichtung der Textsammlung

 

Denkpragmatik als vernünftige Orientierung in Sachbezogenheit

Die Themenfülle, mit der ich mich in zahlreichen Textausarbeitungen beschäftige, mag durch ihre Vielfalt fragwürdig erscheinen.

Was ist hier noch die „Garantie“ dafür, dass dabei im Ergebnis nicht alles nur irgendwie ungesichert ins Grenzenlose ausufert?       

Um hier insgesamt zu allgemein vertretbaren Aussagen zu finden, habe ich mir diese Vorgehensweise erarbeitet: Ausgangspunkt für alle Denkansätze soll immer das in nur irgendeiner Form tatsächlich wahrnehmbare Daseiende sein. D.h. für mich beginnt in der Frage, womit man sich ernsthaft verlässlich denkend beschäftigen kann, immer bei einer tatsächlich wahrzunehmenden Realität. Ich halte also nichts von einem wie auch immer gearteten „Denken an sich“. Rein spekulativ ersonnene Vorstellungswelten halte ich für Leerlauf im Erkenntnisgeschehen.

Das wird ergänzt durch meine Neigung, mich von den Grundzügen her mit allem vertraut zu machen, was bislang (in der Menschheitsgeschichte) über die Beschaffenheit unserer Daseinswirklichkeit erforscht wurde.

Damit ist mein „Denkbereich“ schon einigermaßen deutlich umrissen. Meine „Denkansätze“ sollen also in diesem Sinn unbedingt immer sehr entschieden sachbezogen, also unbedingt „pragmatisch“ ausgerichtet sein (- alles begleitet von einer humanistischen Grundausrichtung).

Und hier habe ich dann mit der allgemeingültig unbestreitbaren Erfahrung zu tun: Zu allem, was wir auf diesem Weg überhaupt nur in Erfahrung bringen können, tun sich „allerletzte Rätselfragen“ auf. Wir wissen nicht, woher alles kommt, was wir als tatsächlich Daseiendes wahrnehmen können, wir wissen in „eindeutig letzter Klarheit“ nicht, warum alles so ist wie es ist.

Andere, die durchaus realitätsbezogen orientiert sein mögen, lassen dies einfach so „dahingestellt sein“. Es gibt hier verbreitet auch die Blockade „sinnlos“, wenn man sich über derartige „weiteren“ Zusammenhänge überhaupt intensiv  Gedanken machen will.

Weil ich nun aber alles in allem unmöglich wissen kann, warum ich überhaupt mit meiner „Denkfähigkeit“ ausgestattet bin, können derartige Anschauungsweisen (mit letzten Denkblockaden)  für mich keine überzeugende Bedeutung haben. Ich setze also auch hier noch meine Denkfähigkeit ein, wo überhaupt „klar erkennbar“ Grenzen des eindeutig (im weitesten Sinn) Erfassbaren auszumachen sind. Hier versuche ich dann einzugrenzen, was sich hinter diesen „allerletzten Rätselfragen“ verbergen mag.

Diese Beschäftigung nenne ich „Grenzmetaphysik“: Außerordentlich eng gefasst ein „Weiterdenken“ über das hinaus, was wir nur irgend über die tatsächliche Beschaffenheit unserer Daseinswirklichkeit in Erfahrung bringen können. Die gedankliche Spielwiese also in dem Bereich, wo beim Erforschen „aller Zusammenhänge“ das Zugeständnis kommt: „Warum das so ist und woher das kommt, das wissen wir nicht“ (oder in einer Art Ausflucht eben auch die Kurzformel „ab hier ist alles Fragen sinnlos“).

Diesen Denkweg der Grenzmetaphysik bezeichne ich also als „Denkpragmatik“: Das Hervorheben einer starken Sachbezogenheit zu allem, was sich als wahrnehmbare Daseinswirklichkeit erforschen lässt, will ich damit zum Ausdruck bringen.

Ich hätte etwas dagegen, wenn man meine Denkweisen allzu vereinheitlichend unter „philosophisch“ einordnen wollte. Denn heutige Philosophie in einer oft spekulativen Beliebigkeit ist für mich „gedanklicher Leerlauf“. Das sollte jedoch nicht so aufgefasst werden, als hätte ich Berührungsängste zur Philosophie (als hätte ich eine sozusagen „Philosophie-Phobie“). Die Grundströmungen in der Philosophie sind mir durchaus vertraut, ein schöner Zeitvertreib ist es auch für mich, mich an den Denkspielen der (spekulativen) Philosophie zu üben... Aber für eine irgendwie ernsthafte Auseinandersetzung mit „tatsächlichen Daseinsfragen“ kommt dabei nichts heraus, dafür ist es einfach unergiebig.

Ich habe oben meine Neigung erwähnt, mich von den Grundzügen her mit allem vertraut zu machen, was bislang (in der Menschheitsgeschichte) über die Beschaffenheit unserer Daseinswirklichkeit erforscht wurde. Damit möchte ich klarstellen: Wenn ich völlig eigene Gedanken entwickle, die in einem Widerspruch stehen zu den eingefahrenen Denk- und Anschauungsweisen, dann nicht in völliger Unkenntnis (also quasi einem „Ignorieren“) all dessen, was wir hier als etabliertes Kulturgut vorfinden. Sondern durchaus in Kenntnis der „Grundelemente“ derartiger etablierter Anschauungsweisen. (Dieser Hinweis geschieht u.a. auch im Zusammenhang mit meinen zum Teil „konträren Auffassungen“ zur geläufigen Soziologie usw.)      

È