Wundersame Sternenstaub-Entfaltungen mit Lebendigkeitsauswirkungen

 

Eines der großen Daseinsrätsel in der von uns erlebten Wirklichkeit dreht sich um die Frage: Wie konnte mit der Evolution alles Lebendigen aus „toter Materie“ die ungeheure Vielfalt des Lebens entstehen?

Ich habe mich seit längerem mit dieser Frage beschäftigt, die letzten Ausarbeitungen nachzulesen in dem Beitrag „Eine Entdeckungsreise zu den letzten Daseinselementen“ (www.kant-kosmos-reales.de).

In diesem Beitrag entwickle ich, dass das Zustandekommen alles Lebendigen in einer Anfangsphase der Evolution nicht (wie üblich) als endgültige Grenzziehung zwischen Anorganischem und Organischen verstanden werden sollte. Sondern dass wir es auch nach dem ersten Werden des Organischen fortwährend mit einem echten Austausch zwischen Anorganischem und Organischem zu tun haben.

Wenn man diesen Fragenbereich nach dem heutigen Wissensstand völlig unvoreingenommen zu klären sucht, dann sollte es eigentlich überzeugend sein, dass wir alles Organische viel stärker mit dem Anorganischen verbunden sehen müssen, als es nach den bislang üblichen Anschauungsweisen geschieht. Schwierigkeiten für ein derartiges Verständnis ergaben sich bislang aus mehreren Gründen: Da gab es einmal verbreitet die Ablehnung gegenüber einer im „Materialismus“ befangenen Weltsicht; es war weiterhin die übersteigerte Faszination, dass man für die menschliche Kultur dem Geistigen, dem Seelischen eine völlig übergeordnete Bedeutung zumessen wollte; und es gab da unter anderem auch die völlig unausgereifte Ideen von „im Vitalismus vermuteten Antriebskräften“, die zu einer generellen Ablehnung aller Denkrichtungen mit diesem Lösungsansatz führten.

In meinem zuvor genannten Beitrag versuche ich eine Versachlichung zu all diesen Fragen.

Denn wenn wir uns nur einmal klar machen, womit wir es im Daseinsgeschehen in Sachen „Entstehen und Überleben des Organischen“ zu tun haben, dann steht doch dies ganz eindeutig fest: Alles Organische hat nur fortwährend Bestand, weil es sich ohne Unterlass ganz einfach immer von Neuem entwickelt, festigt, „vermehrt“. – Den Anfang alles Organischen bildeten die ersten Fortentwicklungen aus Molekülgruppen wie z.B. der Aminosäure. (Der gesamte Umfang dieser Entwicklung ist in den Grundzügen überaus verständlich beschrieben unter den Themenbereichen „Evolution der Materie“ und „Evolution des Lebendigen“ in „Zwischenstufe Leben“ von Carsten Bresch.) Danach entstanden daraus erste „Spuren“ von Leben. Aber wie sich diese „Wurzel alles Lebendigen“ dann in ungeheurer Vielfalt „vermehrte“ – das geschah fortwährend in einem engen Zusammenspiel der Vielzahl von Lebewesen aller Art mit der (anscheinend) „toten Materie“. (Für diesen Denkbereich setze ich stets den Begriff „das Stoffliche“ ein). 

Wir wissen einfach nicht, was das „Stoffliche“ in seiner eigentlichen inhaltlichen Beschaffenheit ist. Wir kennen zwar beeindruckend Vieles über die Ausformungen der registrierbaren Elementarteilchen im gesamten kosmischen Materiegeschehen. Wir können die Kräfte vermessen, mit denen die Elementarteilchen aufeinander einwirken. Aber was es mit der eigentlichen inneren Daseinsform dieser Elementarteilchen auf sich hat, warum es sie gibt und warum sie zu ihrer jeweiligen Kraftausübung imstande sind – das wissen wir nicht. Das übersteigt auch wieder alle Grenzen des (naturwissenschaftlich) überhaupt nur Erforschbaren.  

Bei dieser „Sachlage“ können wir auch nicht mit letzter Gewissheit erforschen, wie alles „Lebendige“ durch die (wie ich behaupte) zweifellos vorhandenen inneren Antriebskräfte der beteiligten „kreativen“ Molekülgruppen aus „toter Materie“ entstanden ist und wie sich alles „Lebendige“ in immer neuen Dimensionen umformt und erweitert. (D.h. die entscheidenden Merkmale des Lebendigen – die Selbststeuerungen – sind von der „inneren Dynamik her“ nicht erklärbar; lediglich alles Zusammenwirken lässt sich immer genauer beschreiben.)

Soviel sollte aber bei etwas Einsichtsfähigkeit überzeugend klar sein: Wir registrieren, dass „tote Materie“ (das Stoffliche) in ferner Vergangenheit unwiderlegbar das Kunststück vollbracht hat, sich in lebende Organismen umzuwandeln. (Es waren dafür bereits die überhaupt kompliziertesten Entwicklungsschritte erforderlich…) Und jetzt erleben wir, wie es ein gut funktionierendes Zusammenspiel von „toter Materie“ und jedem lebenden Organismus gibt: Der Stoffwechsel funktioniert in den bekannten, aber in den Erklärungsmöglichkeiten kaum nachvollziehbar kompliziertesten Steuerungen. (Was im „Stoffwechsel“ im Einzelnen geschieht, das darf niemals reduziert werden auf ein allzu vereinfachtes „Erklärungsmodell“ – etwa in Richtung: Austausch lediglich von körperlichen Baumaterialien. Auch hier sollte man sich immer die Frage stellen: Was geschieht denn tatsächlich, wenn aus dem Bereich des eindeutig Anorganischen ununterbrochen Organischen vermehrt entsteht? – „Das Lebendige, das wir selbst sind, formt sich immer wieder von neuem“ ist die hierzu vertretbare Antwort.)         

Auch dieser gesamte Fragenbereich beschäftigt mich als ein Phänomen der Grenzmetaphysik: Inwieweit man in zuverlässig erforschbaren Wissensbereichen mit absolut zutreffenden Ergebnissen in letzten Fragen unmöglich entscheidend weiter kommt. Und auf welche Weise sich hierzu dennoch die weiterhin möglichen Zusammenhänge bedenken lassen. Hierbei dann alles aber eingeengt auf das, was sich dazu überhaupt noch vermuten lässt, streng eingegrenzt auf das immerhin Mögliche. Es ist eben der Denkbereich, der sich bei naturwissenschaftlich unlösbaren Fragen nicht mit dem bekannten „alles Weiterfragen ist sinnlos“ zufrieden gibt. Sondern ein Denkbereich der den Menschen offen sein lässt für ein Daseinsverständnis, das zusätzlich zu allem gesicherten Wissen  allumfassend auch größere Zusammenhänge für möglich hält.

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